La Palma - kleine Insel, äußerst vielseitig
Januar 2020
Schon der erste Blick, oberhalb des Flughafens in Richtung der Haupstadt Santa Cruz hat mich total begeistert.
Die Insel ist total grün und man schaut überall auf Bananenplantagen und grüne Wälder.
Atemberaubend schöne Natur, kühne und spektakuläre Ausblicke
So unwegsam die "steilste Insel der Welt" auf den ersten Blick erscheinen mag, sie ist doch bestens erschlossen. Gut ausgebaute Straßen führen in alle Regionen und auch das Busnetz ist relativ dicht geknüpft.
Aufgrund der günstigen Preise lohnt es sich einen Mietwagen zu buchen.
Damit hat man die größte Freiheit bei allen Ausflügen.
Unser erster Weg direkt nach der Landung führte uns in das oberhalb des Flughafens gelegene Mazo. Mazo hat eine geschichtsträchtige Kirche, die Iglesia de San Blas, eine der ältesten und schönsten Kirchen der Insel.
Leider war sie nicht geöffnet, so wie alle Kirchen La Palmas, vielleicht ist das im Winter auf La Palma nicht der Fall.
So fuhren wir weiter zum Bauernmarkt, Marcadillo, der am Wochenende - vor allem samstags geöffnet hat - es war zufällig samstags.
Und vorbei kamen wir an wundervollen Pflanzen
mit einfarbigen Blüten
mit zweifarbigen Blüten
an Weihnachtssternen
orangfarbenen Hecken
Bougainvilleas
Agavenblüten
Kakteen
Agaven
Bananen
Der Süden
Im Süder befinden sich vor allem La Palmas Vulkane. Unterhalb von Funcaliente reichen pechschwarze Hänge bis zur Inselspitze. Dort findet man nicht nur Schlackefelder der jüngsten Ausbrüche von 1971, sondern auch flirrende Salzgärten, Badebuchten und Weingärten.
Von Funcaliente führt eine Straße zum Volcan San Antonio. Im Besucherzentrum wird auf Schautafeln die Geschichte der Vulkane erklärt. Ein Seismograf registriert die Bewegungen in der Erdkruste La Palmas.
Außerhalb befindet sich ein Simulator, der das Beben bei
einem Vukanausbruch imitiert: unter Ihren Füßen wackelt die Erde! Die eigentliche Attraktion ist ein kurzer Spaziergang zum Vulkan San Antonio. Vom windge-peitschtem Kraterrand blickt man auf die frisch aufgeworfenen Aschefelder des 1971 entstandenen
Teneguía, La Palmas jüngstem Vulkan. An der Südspitze befinden sich zwei Leuchttürme, der rot-weiße weist noch heute vorbeifahrenden Schiffen den Weg, der alte Turm blieb als Industriedenkmal erhalten.
Von hier aus führt ein Weg zu Las Salinas.
Schwarze Lava kontrastiert mit schneeweißem Salz, immerzu brandet das Wasser an die Felsküste. Ein mit Infotafeln markierter Lehrpfad erschließt die Beckenlandschaft, in der mehrmals im Jahr Salz geerntet wird.
Playa Zamora, ein von hohen Klippen eingerahmter Strand mit feinem schwarzen Sand. Hier kann man in die Fluten steigen und ein paar Runden schwimmen.
Wir haben ein Bierchen in einem Café auf der Klippe getrungen.
Wer eine Taucherbrille dabei hat, entdeckt nur weinige Meter vom Ufer entfernt eine bizzare Unterwasserlandschaft.
Weitere Strände sind in Richtung Puerto Naos.
Valle de Aridane - so wird der weite Inselwesthang genannt. Er ist sonnig und warm, dass hier im großen Stil Bananen angebaut werden können
Die Inselmitte
Die "Traumstraße" La Palmas verbindet Santa Cruz mit Santo Domingo. Sie ist breit, bestens asphaltiert und schraub sich in vielen Serpentinen zu "Dach" der Insel empor.
Die Straße wurde 1985 eigens angelegt, um den größten Parabolspiegel der Welt auf den Roque de losMuchachos zu bringen - nicht die winzigste Erschütterung sollte das millionenschwere Instrument in Gefahr bringen.
Zunächst führt die Straße durch stillen, oft wolkenverhangenen Kiefernwald.
Etwa bei Km 24 sollte man parken und eine Wanderung auf den Pico de la Nieve machen - mit weitem Blick in die Caldera runter.
Pico de la Nieve
Eine Stunde Aufstieg, die sich wirklich lohnen.
Wer sich auf über 2000m dem höchsten Punkt der Insel nähert, reibt sich die Augen: inmitten einer wild-herben Hochebene sieht man silberne und weiße Kuppeln. Sieben europäische Länder betreiben hier eine der modernsten Sternwarten der Welt.
Santo Domingo de Garafia liegt auf einme Plateau hoch über der vom Meer zernagten Steilküste. Alle Wege führen zur Pfarrkirche Iglesia Nuestra Senora de la Luz.
Im Sommer pfeift der Wind über die Hänge, im Winter türmen sich die von atlantischen Tiefausläufern
herangetragenen Wolken zu hohen Bänken. Einen Kilometer südlich von Santo Domingo zweigt rechts eine Straße zum cementerio ab. Von hier windet sich die Asphaltpiste noch zwei Kilometer zu einem Parkplatz hinab, wo sich ein herrlicher Blick auf die Steilküste und
mehrere vorgelagferte Felseilande bietet. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter.Über einen Serpentinenweg gelangt man in gut 10 Minuten zum Puertito hinunter, wo bei ruhiger See Boote zu Wasser gelassen werden.
Poris de Candelaria
Zur "Piraten-" bzw. "Sschmugglerbucht" Poris de Candelaria führt eine vier Kilometer lange, beängstigend schmale und abschüssige Betonpiste - in unzähligen Spitzkehren schraubt sie sich zur Küste hinab (Start am Supermarkt
San Antonio über die Calle La Molina). Iin der Bucht hat die Brandung einen riesigen Felsüberhang in die Klippen gefräst, unter dem sich improvisierte Ferienhäuschen ducken. Es heißt, an diesem uneinsehbaren Mini-Naturhafen hätten einst dubiose Gesellen ihre
Schiffe versteckt.....
Über Stufen steigt man zur kleinen Badestelle hinab, an der man allerdings nur bei absolut ruhiger See in die Fluten steigen sollte.
hier: Blick vom Meer aus
Eigentlich wollten wir die Runde von Los Brecitos an der Caldera-Steilwand entlang zum Barranco de las Angustias wandern ("Schlucht der Ängste").
Länge: 14 Kilometer
Dauer: 6 Stunden
Parkplatz: La vina mit Jeep-Taxis zum Start der Tour
Auf Grund von Steinschlages war uns diese Tour nicht möglich.
Allerdings konnten wir in dir Schlucht laufen, da es absolut trocken war und der Bach kaum Wasser führte.
Wenn es stark regnet bzw. unmittelbar danach ist dieser Weg lebensgefährlich.
Wir passierten nach gut 2 Stunden die als Cruce de Barrancos markierte Stelle, den Zusammenfluss zweier Bäche. Durch den ostwärts abzweigenden, geröllübersäten Barranco del Limonero gelangt man zur Cascada Colorada. Der "bunte Wasserfall" ergießt sich über
eine rote Steinwand in die Tiefe - ein herrlicher Anblick.
Zurück führt der Weg zum Parkplatz mal oberhalb des Bachbettes, mal neben dem Bachbett, mal rechts und mal links davon.
Wir waren 5 Stunden unterwegs und hatten eine herrliche Wanderung.
wichtig: für die Zufahrt zur Passhöhe muss man sich im Besucherzentrum eine Genehmigung holen; ist auch online möglich. Der Weg startet am Informationshäuschen am Parkplatz (1287m). Wir folgen ihm in nördlicher Richtung, schwenken nach 100m links ein und durchqueren lichten
Kiefernwald. An der Gabelung 5 Minuten später folgen wir dem nach links ausgeschilderten Weg zum Mirador de los Roques mit einem prachtvollen Blick in de Caldera (15 Minuten) Weiter auf dem Hauptweg quert der Weg 2 Seitenschluchten auf kleinen Brücken und mündet schließlich in eine Erdpiste, in
die wir rechts einbiegen. Sie geleitet uns zum Mirador Lomo de las Chozas, einem gesicherten, hoch über der Caldera "schwebenden" Aussichtsbalkon (45 Minuten). Besonders von der unteren Plattform ist die Aussicht fantastisch. Zurück geht es vorbei an Lehrtafeln zur Geologie zum Endpunkt.
Der Norden
Dir Region ist wild und rau.
In Wäldern voll knorriger Lorbeerbäume verfangen sich Passatwolken, die die Landschaft verzaubert erscheinen lassen.
Romantische Wege führen durch das Dickicht und hinauf zu spektakulären Aussichtspunkten.
Erfrischungen bieten Naturpools und viele Lavastrände.
Beschaulich geht es in den kleinen Dörfern zu, die mit einigen Überraschungen aufwarten.
Zwischen grünen Hügeln, 9km nördlich von Santa Cruz liegt das verschlafene Dorf Puntallana auf einem "flachen Kap" (punta llana). Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Ethnomuseum
Casa Lujan. Hinter einer weißen Mauer verbirgt sich ein kopfsteingepflasterter Hof, von dem die Räume abgehen. In liebevoll angeordneten Interieurs sind lebensgroße Puppen arrangiert, sie den Alltag anno dazumal erzählen.
Inmitten ausgedehter Bananenfeldern liegt San Andrés, einer der ältesten und schönsten Orte der Insel. Es empfiehlt sich, das Auto an der Hauptstraße stehen zu lassen, danach geht es über eine kopfsteingepflasterte Gasse hinab zu einer großen
stimmungsvollen Piaza. Ringsrum reihen sich schmucke Herrenhäuser und Palmen.
Im El Canal, einem familiär geführten Lokal mit kanarisch-kreativer Küche in stilvollem Ambiente ißt man hervorragenden Fisch.
Zur Küste hin öffnet sich der Platz zu einer Terasse - über Bananenplantagen blickt man weit hinunter aufs Meer. In der Mitte des Platzes steht die Kirche, 1515 von La Palmas Zuckerbaronen gestiftet.
Von San Andrés führt ein zehnminütiger Küstenweg zum Meerwasserschwimmbecken, Charco Azul, einem der besten Badeplätze im Norden La Palmas. Hier kann man gafahrlos baden, während sich nur wenige Meter entfernt hohe Wellen brechen.
Als wir da waren allerdings nicht!! (rote Fahne)
Das Lokal Charco Azul bietet frische Fischlüche mit Pfiff, täglich ab 12 Uhr, bei Regen geschlossen.
Kurz hinter Berlovento hat man die Wahl, ob man auf der erlebnisreichen, mit Tunneln gespikten LP 109 oder auf der bequemen LP 1 weiterfahren will. Wir haben uns für die LP 109 entschieden, obwohl es in Ströhmen regnete.
Es geht durch pechschwarze
Tunnel und märchenhaftem Lorbeerwald und zwischendurch hat man Ausblick auf tiefe Schluchten. Nach 15 Kilometern mündet die Piste kurz vor Roque Faro wieder in die Hauptstraße.
Los Llanos, Tazacorte und Santa Cruz
Los Llanos, mit über 20.000 Einwohnern ist die umtriebige, wirtschaftlich dominante "wirkliche Hauptstadt" La Palmas. Seinen Aufschwung verdankt Los Llanos dem Bananenanbau. Dank des warmen und sonnigen Klimas und dem aus der Caldera abgezapften Quellwasser ist
er hier ertragreicher als irgendwo sonst auf den Kanaren. Und falls es mit den Bananen irgendwann mal ein Ende hat, gibt es ja noch den Tourismus, der das Gemeindesäckel füllt.
Herzstück der Stadt ist die Plaza de Espana. Auf dem großen, von ausladenden Lorbeerbäumen überschatteten Platz ist den ganzen Tag über etwas los. Die Bars und Terassencafés sind stets gut gefüllt.
Und in die weiße Iglesia Nuestra de los Remedios pilgern fromme Seelen zur Andacht oder Beichte. Im Schatten der Kirche versteckt sich der kleine Platz (Plaza Chica) mit plätschernden Brunnen, hohen Palmen und Sitzbänken.
Jardin de las Delicias
Klein aber fein: am Ortsausgang in Richtung Puerto Naos, nur wenige Schritte von der zentralen
Plaza, taucht man in eine exotische Oase ein.
Gestaltet wurde sie von dem Inselkünstler Luis Morera, der sich von Gaudi inspirieren ließ. Man betritt den "Garten der Lüste" durch schmiedeeiserne Portale
mit floralen Ornamenten, spaziert über vielfarbige Mosaiken und
vorbei an geschwungenen, kachelverkleideten Pavillons.
Tazacorte thront auf einem Ausläufer des Aridane-Tals, das in steilen Klippen zum Meer hin abfällt. Die bunte Altstadt mit ihren engen Fußgängergassen, all das lässt gute Laune aufkommen.
Wo die "Schlucht der Ängste" in einem weiten Delta ins Meer mündet, ducken sich die Häuser von Puerto de Tazacorte unter knapp 600m hohen Steilwänden.
Mehrmals täglich starten im Hafe kleinere Schiffe zu Törns aufs Meer, wahlweise zur Cueva Bonita, eine zehn Meter hoe Höhle mit geheimnisvollem Licht- und Farbspiel,
zur "Piraten- und Schmugglerbucht" Pois de Candelaria, zum Whalewatching oder in den Sonnenuntergang.
Alle Wege führen Richtung Hauptstadt Santa Cruz, denn hier befinden sich der Fähr- und nahebei auch der Flughafen. Die Stadt hat stimmungsvolle Plätze, eine attraktive Meeresfront, nicht umsonst gilt sie als eine der schönsten Städte der Kanaren.
Der Endpunkt der Altstadt ist ein von indischen Lorbeerbäumen beschatteter Platz. Hier liegt die "Santa Maria", ein 1940 gebautes, original großes Schiff, mit dem Kolumbus in die neue Welt segelete.
Auf der "königlichen Straße", Calle Real, verebbt der Verkehrslärm. Auf dem mit Lavaplatten gefließten Pflaster sind nur die Schritte und Stimmen der Passanten zu hören. Gern lässt man sich hier treiben, schaut in die Innenhöfe historischer
Häuser, in sympathische Läden und Lokale.
An der Küste hat sich in Los Cancajosein kleines Ferienzentrum etabliert, in dem auch wir gewohnt haben.
Die 182 Apartments sind großzügig, der sich zum Meer öffnende Pool-Garten ist attraktiv.